Erfolgreiches Symposium „Zukunftsfähige Sportstätten“ in Ruhpolding

Unter der Leitung von Prof. Dr. Natalie Eßig organisierte die Hochschule München (HM) gemeinsam mit der IAKS Deutschland und der International Union of Architects (UIA) einen zweitätigen Workshop zum Thema „Zukunftsfähige Sportstätten“ in Ruhpolding vom 06. bis 07. Juli 2017. Kooperationspartner waren das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp), der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), das Forschungsprojekt CESBA Alps und die Bayerische Architektenkammer. Die Gemeinde Ruhpolding stellte für den Workshop Ihre Räumlichkeiten im „Haus des Gastes“ und der „Alten Schule“ zur Verfügung. Bilder zur Veranstaltung finden Sie auf Flickr.

Die zweite Bürgermeisterin der Gemeinde Ruhpolding, Frau Dr. Ulrike Pfeifer, begrüßte die Gäste vor Ort und betonte die Bedeutung des Sports, insbesondere des jährlich stattfindenden Biathlon Weltcups, für die Gemeinde Ruhpolding.

Die Präsidentin der Bayerischen Architektenkammer, Christine Degenhart, unterstrich in Ihren Grußworten die Wichtigkeit der Multifunktionalität von Sportstätten, damit ein nachhaltiger Betrieb sichergestellt werden kann. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die Zusammenarbeit von Kommunen in der Sportstättenplanung. Anschließend widmete sich Gar Holohan (UIA, Aura Holohan Group) den aktuellen Trends im Stadionbau. Er nahm die Teilnehmer mit auf eine Reise in die Zukunft und stellte vor, wie sich Fanverhalten, und damit die Anforderungen an große Sportstätten, verändern werden. Im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung rief er Planer auf, ein besseres Verständnis der Nachhaltigkeit zu fördern und deren Wertigkeit zu erhöhen.

Am Nachmittag wurden zwei parallel stattfindende Workshops durchgeführt. Zum einen standen der Neubau und die Sanierung von Sportstätten für den Breitensport im Fokus. Der Schwerpunkt lag hierbei auf nationaler bzw. kommunaler Ebene. Die Session fand in deutscher Sprache statt. Zum anderen nahm der zweite Workshop Bezug auf internationale Großveranstaltungsbauten, insbesondere auf deren Nachnutzungskonzepte. Die Vorträge wurden in englischer Sprache gehalten.

Bianca Quardokus (DOSB), Karin Schwarz-Viechtbauer (ÖISS) und Michael Palmen (BISp) stellten die Sportstättensituation in Deutschland und Österreich dar. Hier wurde die Bedeutung des Sports und der Sportstätteninfrastruktur für die Gesellschaft hervorgehoben. Aufgrund der vielfältigen und zum Teil gegensätzlichen Entwicklung des Sports in der Zukunft, sind kreative Lösungen gefragt. Zudem sollten Bauherren und Vereine bei der Umsetzung unterstützt werden.

Im Anschluss berichteten Alexander Schwab (ASA - Alexander Schwab Architekten), Jochen Lerche (Companeer) und Simone Magdolen (Landeshauptstadt München) aus der Praxis der Sportstättenplanung. Sie betonten, wie wichtig es ist, auf den tatsächlichen Bedarf vor Ort einzugehen, und im Fall der Fälle Standardrichtlinien zu überdenken. Die Einbeziehung sämtlicher künftiger Nutzergruppen der Sportstätte in der Projektinitiierung sowie Erfahrungen aus bestehenden Projekten (Bau sowie Betrieb) einfließen zu lassen, sei ausschlaggebend für ein erfolgreiches Projekt.

Im englischen Workshop präsentierten Prof. Dr. Natalie Eßig (HM, IAKS Deutschland) und Andrea Moro (iiSBE Italia) Nachhaltigkeitsstrategien und ihre Anwendung auf Sportstätten. Darüber hinaus stellten Harald Fux (RAUMKUNST) und Alessandro Zoppini (Gensler) internationale Beispiele gelungener Sportstättenarchitektur vor und gingen auf verschiedene Eigenschaften hinsichtlich der Nachhaltigkeit der Arenen ein. Anhand der Beispiele wurde deutlich, dass bereits in der Planungsphase die Nachnutzung berücksichtigt werden sollte. Sportstätten mit temporären Erweiterungen zum Großevent sowie Umbauten zu anderen Nutzungstypen (z.B. in eine Messehalle) haben sich in der Vergangenheit als erfolgreich erwiesen.

Zum Abschluss des ersten Veranstaltungstages besichtigten die Teilnehmer die Chiemgau Arena, das sportliche Herzstück Ruhpoldings, mit anschließendem Grillbuffet inklusive Alpenpanorama.

Der zweite Veranstaltungstag wurde mit Vorträgen von Prof. Dr. Natalie Eßig und Prof. Geraint John (UIA, Populous) eröffnet. Prof. Eßig stellte den „Leitfaden Nachhaltiger Sportstättenbau“, ein Forschungsprojekt im Auftrag des Bundesinstituts für Sportwissenschaft, vor. Prof. John führte durch die Sportstättenarchitektur der Vergangenheit bis in die Zukunft und verdeutlichte, wie wichtig die Integration der Sportstätte in das urbane Leben sei.

In den nachfolgenden Workshops zeigten Harald Fux und André Younes (Gemeinde Zorneding) zeitgemäße Konzepte für Sportstätten, von der Planung bis zum Betrieb. Thomas Albinger (Companeer) verdeutlichte - ausgehend von den Erfahrungen aus dem Betrieb der Allianz Arena München - was die Herausforderung bei Planungen im laufenden Betrieb von Großeventbauten sind und leitete Handlungsempfehlungen ab. Simone Magdolen (Hochschule München) stellte ihr Forschungsvorhaben zum Thema Synergienutzung von Sportstätten mit der umliegenden Nachbarschaft vor und betonte abermals die Notwendigkeit, Sportstätten mit der Umgebung zu vernetzen.

Abschließend besichtigten die Teilnehmer die Max-Aicher-Arena in Inzell. Betreiber und der Architekt der Sportstätte berichteten über das Projekt und führten die Teilnehmer durch die Arena.