IAKS Bäderseminar in Zwickau: Rückblick und Fachinformationen

Fachvorträge stehen allen IAKS Mitgliedern zur Verfügung

Im Rahmen des IAKS Bäderseminars vom 14. bis 15. Februar in Zwickau informierten sich mehr als 50 Vertreter kommunaler und privatwirtschaftlicher Badbetreiber sowie Architekten und Ingenieure. Expertenwissen über Planung, Bau und Betrieb von Bädern wurde praxisnah am Beispiel des Neubaus der wettkampforientierten Schwimmhalle in Schedewitz vermittelt. Das  50m-Becken kann bei Bedarf durch eine Startbrücke in zwei Becken à 25m unterteilt werden.

Besondere Beachtung fand zu Beginn der Fachtagung das Podiumsgespräch mit Herrn Bernd Meyer, dem Zwickauer Bürgermeister für Finanzen und Ordnung. Er schilderte ausführlich die geschichtlichen Hintergründe, gesellschaftlichen und politischen Zielsetzungen, die in Zwickau zum Bau eines sportorientierten Schwimmbads führten. Pointiert machte er den politischen Abwägungsprozess zu den künftigen Angebotsschwerpunkten des Bades nachvollziehbar und sprach auch offen über kritische Momente in der Genese des Bades, die das Projekt zwischenzeitig beinahe zum Scheitern gebracht hätten.
Bert Hoffmann, Geschäftsführer des verantwortlichen Planungsbüros Bauconzept, stellte den planerischen Entwurf und die technische Ausstattung der Baumaßnahme vor. Besonders lobte er die große fachliche Kompetenz des Bauherrn und die intensive Einbindung aller Nutzerinteressen in den Planungsprozess, welche gemeinsam einen nur zweijährigen, reibungslosen Bauprozess ermöglicht hätten.

Als Unternehmensvertreter von hsb führte Dr. Alois Dachs aus, dass Edelstahl im Beckenbau die Zukunft gehöre. Zu den Vorteilen zählen Beständigkeit des Materials, einfache Pflege, Hygieneaspekte und die Möglichkeit zur Wiederaufbereitung des Edelstahls nach jahrzehntelanger Nutzung.
Andreas Veauthier, Generalplaner bei av-a Veauthier Meyer, nannte die wichtigsten Normen bei Ausschreibung und Vergabe von Bauleistungen bei der Sanierung von Schwimmbädern. A und O sei jedoch, dass während der gesamten Planungs- und Bauphase eine intensive Kommunikation zwischen den Beteiligten stattfände. Er riet, zu jedem Zeitpunkt Sachverständige einzubinden und vertrat den Standpunkt, auf eine Vergabe an einen Generalunternehmer zu verzichten.
In seinem Vortrag über Arbeitsschutz und Verkehrssicherungspflicht stimmte Dr. Frank Hülshorst, assoziiertes Mitglied im Bundesverband Deutscher Sachverständiger und Fachgutachter e.V. dafür, ein einheitlich erweitertes Arbeitsschutzkonzept unter Einbeziehung der Verkehrssicherheit einzurichten. Methodik und Managementsysteme sollten auf Basis der DIN EN 15288 installiert werden.
Als wichtigste Neuerungen zum Thema „Badebeckenwasseraufbereitung (DIN 19643)“ nannte Thomas Beutel, Mitglied im DIN-Normungssauschuss, die Risikogefährdung bei Therapiebecken durch Personen, von denen durch Inkontinenz, offenen Wunden oder Eiterungen eine erhöhte Infektionsgefahr ausgeht. Hingegen lassen sich im Teillastbetrieb Kosten sparen durch Senkung des Volumenstroms.
Praxisnah skizzierte der zukünftige Betreiber der neuen Schwimmhalle, Frank Seidel, das Konzept für dieses sport-orientierte Hallenbad im Vergleich zu den weiteren Bäderangeboten im Umkreis. An Bedeutung gewinnen aufgrund der Demografie (63% der ortsansässigen Zielgruppe sind älter als 40 Jahre) die Angebote für Gesundheit und Therapie.
Zum Abschluss informierte Jens Biemann aus der Kanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek über die Prinzipien der PPP Finanzierung von Schwimmbädern. Mit gestalterischer Optimierung ließe sich seinen Ausführungen gemäß der Wettbewerb nutzen und steuern und er befürwortete die Einbindung eines Generalunternehmers.
Als sinnvolle Ergänzung bewerteten die Seminarteilnehmer die Präsentation der Fachunternehmen der Branche. In Kurzvorträgen und mit einer Ausstellung ihrer Exponate knüpften und vertieften insgesamt elf Unternehmen ihre Kontakte zum Fachpublikum.
Den perfekten Rahmen für die zweitägige Fachtagung bot der Bürgersaal der Stadt Zwickau sowie die überaus herzliche und kompetente Betreuung durch die Vertreter und Partner der Stadt Zwickau.
Alle Fachvorträge stehen den Seminarteilnehmern sowie allen Mitgliedern der IAKS zur Verfügung. Kurzer Anruf unter 0221/168023-0 oder Email an iaks@iaks.org genügt!

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