Teilnehmer aus elf Nationen bei Internationaler IAKS Bäderkonferenz in Newcastle upon Tyne (UK) vom 12. bis 13. September

Den Auftakt zur Internationalen IAKS Bäderkonferenz bildete die Besichtigung der multifunktionalen Anlage „Hebburn Central“. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern empfiehlt Sport England in seiner Strategie für Sportanlagen, sportliche mit nicht-sportlichen kommunalen Einrichtungen zu verbinden (zum Beispiel Kombination aus Ärztehaus und Sporthalle).

Im Fall von Hebburn Central wurde die lokale Bibliothek mit einem Sportschwimmbad, einem Fitnessclub und einer Sporthalle kombiniert. Die erreichten Ergebnisse sind äußerst beeindruckend. Die Gemeinde konnte durch die Verbindung vorher getrennter kommunaler Einrichtungen dank Kostensynergien und stark gestiegener Benutzerzahlen die Betriebsdefizite auf ein Achtel reduzieren.

Beim anschließenden Networking Dinner im historischen Zentrum von Newcastle wurden sehr angeregt Ideen und Erfahrungen aus dem internationalen Teilnehmerfeld ausgetauscht.

 

Mit 52 Teilnehmern aus elf Ländern startete am nächsten Tag die sehr gut besuchte Internationale IAKS Bäderkonferenz im Sportgebäude der Northumbria University. Nach der Begrüßung durch den Campus-Direktor Damon Kent stellte IAKS Präsident Dr. Stefan Kannewischer die IAKS Zukunftstrends 2020 für Sport- und Freizeitanlagen vor.

Best practice Beispiele aus drei Ländern präsentierten Michael Hall (UK), Leopold Holzknecht (Österreich) und Ruth Pujol (Spanien). Sie gaben einen interessanten Einblick in die unterschiedlichen Ansätze aus verschiedenen Ländern und Bädertypen.

Ole Gronborg (Dänemark / Schweden) teilte neue Erkenntnisse aus der technischen Forschung mit den Zuhörern, insbesondere die komplexe Interaktion zwischen Wasser- und Luftqualität. Bei der Podiumsdiskussion diskutierten drei Betreiber internationale Trends bei Planung und Betrieb von Bädern: Gar Holohan (Irland), Andreas Schauer (Deutschland) und François Mouilleron (Frankreich).

 

Nach der Mittagspause konnten die Teilnehmer an einem kurzen Rundgang durch die universitäre Sportanlage mit Sporthalle und Sportbad teilnehmen. Anschließend wies Rainer Pethran (Deutschland) auf die Bedeutung des Public Value von Bädern hin. Seiner Meinung nach darf nicht immer nur über Defizite in Bädern, sondern auch über deren hohen gesellschaftlichen Wert gesprochen werden. Es besteht Bedarf, diesen gesellschaftlichen Wert in Geldwerten ausdrücken zu können. Hierzu bedarf es entsprechender Studien, die es bis jetzt leider nur in Großbritannien und Australien gibt

Marc Riemann (Deutschland) stellte am Beispiel der KölnBäder digitale Arbeitstools im Bäderbereich vor und diskutierte mit den Teilnehmern über die Digitalisierung von Kassensystemen.

 

Die Integration von sämtlichen Zielgruppen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Darryl Condon (Kanada) erläuterte die Grundsätze eines „inklusiven Designs“ für Bäder. Die soziale Inklusion ist in Kanada besonders weit fortgeschritten. So beginnt der Planungsprozess in Kanada in der Regel mit Workshops für die Anwohner einer neuen Sportanlage. Das erhöht die Identifikation mit der Anlage und führt dazu, dass ein Stadtteil wirklich bekommt, was es braucht. Auch in Kanada sind multifunktionale „Community Center“ die Regel.

 

Aufgrund der besonders strikten Gesetzgebung zur Wasseraufsicht in Großbritannien hat die Gestaltung der Bäder ohne Licht-Reflektionen auf dem Wasser eine hohe Bedeutung. Jo Talbert und Irina Korneychuk (beide UK) skizzierten in einem interessanten Doppelvortrag die Anforderungen der Wasseraufsicht und die Bedeutung der natürlichen Beleuchtung. Länder ohne strikte Gesetzgebung dürfen diese als Impuls dienen.

 

Das internationale Teilnehmerfeld zeigte sich sehr zufrieden mit dem interessanten und vielseitigen Programm. Die Internationale IAKS Bäderkonferenz, die erstmalig in diesem Format stattfand, wurde ihrem Anspruch auf Wissensaustausch und Networking auf internationalem Niveau vollauf gerecht.