Sportbauten: “Von der Idee bis zum Betrieb”

Herbstseminar der IAKS Schweiz

Die IAKS Schweiz lud am 22. November 2018 zum Herbstseminar ins Berner Westside Einkaufs- und Freizeit­zentrum ein. Thema der Veranstaltung: Sportbauten: Von der Idee bis zum Betrieb. Die zahlreich erschienen Besucher erwartete ein breit gefächertes Spektrum an Informationen und Referaten.

Den Auftakt machte Beat Wittwer, Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu), der anhand von Praxisbeispielen auf teils gravierende Planungs- und Ausführungsfehler hinwies. Die Fragerunde im Anschluss an das Referat verdeutlichte, dass dieses Thema bei den Teilnehmern sehr hoch gewichtet wird und die Sensibilisierung vorhanden ist.

Im Anschluss daran brachten die beiden IAKS Schweiz Vorstandmitglieder Roger Gut und Markus Gutknecht den Gästen das Thema „Die Planung vor der Planung“ näher. Eine Machbarkeitsstudie durch Fachspezialisten, der Einbezug der Projektbeteiligten sowie der Politik bilden das Grund­gerüst für eine erfolgreiche Planung vor der Planung.

Marco Sacchetti, Jurist an der Fachstelle öffentliches Beschaffungswesen Kanton Thurgau, wies in seinem Vortrag auf die kantonalen Gesetzesunterschiede und Anwendungspraktiken hin. Das Einhalten und Berücksichtigen der gültigen Rechtsgrundlagen bei Ausschreibungen ist oberstes Gebot und benötigt Fachwissen, welches, sofern in den eigenen Reihen nicht vorhanden, zugekauft werden sollte.

Antoine Hahne (Architekt) und Serge Beslin (Direktor) des neuen Sportzentrums Malley CSM zeigten eindrücklich auf, welche Aufwendungen ein Architekt in Vorleistung betreiben muss, um an einem Projekt dieser Grössenordnung teilnehmen zu können. Nebst dem architektonischen Konzept wurden auch die Projekt-, Planungs- und Marketingphasen aufgezeigt.

Den Nachmittagsblock eröffnete Dr. Anton Henniger (Kanzlei Henninger AG) zum Thema Rechte und Pflichten im öffentlichen Beschaffungswesen. Auch wenn aufgrund der Rechtslage vieles bereits vorgegeben ist, rät er zu „Mut zur Lücke“, um mit guter Vorbereitung, Argumentation und Kommunikation sein Wunschziel zu erreichen.

Rechtsanwältin Manuela Häfliger (Fellmann Tschümperlin Lötscher AG) nahm sich dem Thema Betriebshaftpflicht an. Dass nicht nur Sportanlagen, sondern auch Erschließungswege und Geräte unter Umständen unter Werkeigentümerhaftung stehen, erstaunte die Zuhörer und führt sicherlich im Nachgang zum Seminar zu Abklärungen. Da es keine Patentlösung zur Konfliktverhinderung gibt, muss jeder Fall individuell analysiert werden.

Für eine Kultur der Freundlichkeit plädierte Melanie Klaes (Agentur für Freundlichkeit). Sie zeigte auf, dass durch eine freundliche und positive Lebenseinstellung die Leistungsfähigkeit gesteigert werden kann und gleichzeitig auch das Verarbeiten negativer Erlebnisse leichter wird. Dies gilt sowohl für den privaten, aber auch für den beruflichen Bereich.

Dieser Vortrag bildete den Schluss der Vortragsreihe. Im Anschluss daran fand eine beeindruckende Besichtigung der Technikzentrale des Bernaqua Erlebnisbades mit Andreas Grimm (Leiter Erlebnisbad und Technik) statt.

Die perfekt organisierte Tagung bot neben vielem Wissen auch Zeit für Pausengespräche und wird nachhaltig in Erinnerung bleiben.

Das nächste Herbstseminar der IAKS Sektion Schweiz findet am 21. November 2019 statt. Details folgen.

www.iaks.ch