Haus des Sports in Bezon von Engasser & associés

publiziert in sb 2/2018

Grünes Fundament

Das Sportzentrum kombiniert eine Fülle von Einrichtungen aus verschiedenen sportlichen Aufgabenstellungen: Bereits bestehende Sporthallen, Schwimmbad und Indoor-Tennisplätze wurden durch neue Mehrzweckhallen, eine Boxhalle, einen Krafttrainingsraum, zwei Dojos, ein Fußballfeld samt Tribüne, Outdoor-Tennisplätze und ein Klubhaus ergänzt. Das neue Gebäude grenzt westlich an die Bestandsbauten an. Engasser & associés haben alle Elemente über eine Eingangshalle, die als Brücke zu allen Einrichtungen fungiert, zu einer Einheit zusammengeführt.

Der Neubau befindet sich in der Verlängerung des im Nordteil des Grundstücks gelegenen Parks. Die Betonfassade des Erdgeschosses verfügt über eine Anti-Graffiti-Beschichtung kombiniert mit einem 50 cm dicken grünen „Vorhang“  aus Kletterpflanzen bis zur Höhe der Eingangshalle. Dieses grüne Fundament teilt das Gebäude in zwei Segmente. Die pflegeleichten Pflanzen wachsen als Hecke aus dem Boden.

Herzstück aus Holz

Auf der grünen Basis erhebt sich das Herzstück des Projekts mit holzverkleideter Fassade und zwei Gebäudeebenen (Rezeption, Büros und Sportflächen). Einzelne, vertikal auf der Lattenverkleidung angeordnete Holzbalken verleihen der Fassade Dynamik und Solidität. Neben der Holzverkleidung dominieren großzügige Glasflächen die Nord- und Nordostfassade – die für Sport am günstigsten Himmelsrichtungen, sodass die Sportler in heller, offener Atmosphäre mit Parkblick trainieren können.

Heller Empfangsbereich

Die großzügig verglaste Fassade und Dachfläche sorgen in der zentralen Eingangshalle für natürlichen Lichteinfall bis ins Herz des Sportzentrums. Beim Durchqueren der Halle fällt der Blick des Besuchers ungehindert auf das Fußballfeld. Die doppelte Raumhöhe (fast 8 Meter) schafft eine unmittelbare Verbindung zur Bar im ersten Stock. Dank der Hausmeisterloge in Eingangsnähe und des ausgedehnten Empfangstresens sind die Überwachung der Eingänge und Besucherinformation gleichzeitig möglich.

Über das Erdgeschoss sind der Kraftsportraum, die Toiletten, Büros und Einrichtungen für die Sportvereine zugänglich. Von der Eingangshalle gehen auch alle Aufzüge und Treppen ab. Sie bieten Zugang zu allen Sporteinrichtungen in den oberen Stockwerken.

Rezeption, Cafeteria und Bar-Bereiche im Zentrum dieses Atriums sind direkt verbunden mit drei Verkaufsstellen für Getränke und Snacks. An drei Seiten befinden sich Glastrennwände in Richtung der Halle im Zwischengeschoss, der Tribünen des Fußballfelds und der Terrasse in Fortführung des Sonnendecks für das Schwimmbad.

Die Tribünen schließen auf einer Ebene mit der Bar ab, sodass die Bargäste das Spielgeschehen aus dem Innenraum verfolgen können.

Lichtverhältnisse

Die Sporthallen im ersten und zweiten Stock sind nach Nord/Nordost ausgerichtet und profitieren von gleichmäßig weichem Lichteinfall. Die Dojos sind mit gepolsterten Wandelementen verkleidet. In den anderen Hallen wurden kopfhoch Akustikplatten als Wandverkleidung verwendet.

Bei den Hallen kamen vorgefertigte Betonplatten zum Einsatz, sodass großzügige Sportflächen ohne störende Säulen oder Tragpfeiler realisiert werden konnten. In den abgehängten Decken wurden Beleuchtungs­elemente und Akustikplatten verankert. Jede Halle verfügt über zwei Ausgänge sowie Umkleiden und Lagerflächen.

 

Viel Platz im Erweiterungsbau

Der gut beleuchtete, fußgängerfreundliche Korridor zur Sporthalle mit Panoramablick auf die Außensportanlagen wurde fassadenseitig angeordnet.

Der Kraftsportraum grenzt direkt an die Eingangshalle und öffnet sich großzügig nach außen über eine Glaswand in Richtung eines kleinen Patios, der entlang der Schwimmbadfassade durch eine Hecke entsteht, die das Prinzip des grünen Fundaments aufgreift. Der Patio bildet eine Art Landschaft vor dem Kraftsportraum.

Das Fußballfeld wurde auf einem früheren Spielfeld angelegt, sodass ein Teil der ursprünglichen Form bei gleichzeitiger Erweiterung erhalten werden konnte. Überdies war es so auch möglich, die Tribüne an das Gebäude heranzurücken.

Die Tribünenüberdachung besteht aus einem hellen Rahmen mit Metallabdeckung und holzverkleideter Unterseite. Die Tribüne mit 300 Plätzen grenzt zwar an das Gebäude des Sportzentrums, ist jedoch völlig unabhängig nutzbar.

Die zwischen dem Fußballfeld und den Tennisplätzen angeordnete Laufbahn teilt beide Bereiche voneinander ab und ermöglicht eine gezielte Zugangskontrolle. Am Ende des Grundstücks wurden drei neue Tennisplätze mit optimaler Sonnenausrichtung angelegt. Das Vereinsheim liegt in direkter Nähe dieser Plätze und dient als Treffpunkt und Zentrum für den Tennissport.