Optus Stadion in Perth von HASSELL COX HKS

publiziert in sb 2/2018

 

Fanfreundlich

Der Entwurf von HASSELL COX HKS trägt dem einzigartigen sportlichen, kulturellen und indigenen Erbe der Region Rechnung. Der Stadionpark bietet über den Swan River hinweg einen fantastischen Blick auf die Stadt Perth. Mit diesem Projekt wurde eine ehemalige Brache im Stadtgebiet in einen lebendigen öffentlichen Park verwandelt. So wurde durch die städtische Entwicklung eine neue Verbindung geschaffen zwischen der Stadt und ihrem kulturellen und natürlichen Erbe in Gestalt des Flusses. Das multifunktionale Stadion, das Platz für 60.000 Zuschauer bietet, hat bereits weltweit Anerkennung als Sportstätte von Weltrang erlangt.

Das Optus Stadion befindet sich im Herzen des 30 Hektar großen Stadionparks am Ufer des Swan River und wurde auf der Grundlage eines „fanfreundlichen“ Ansatzes konzipiert. Entstanden ist eine innovative Anlage, die nicht nur eine außergewöhnliche Wettkampfatmosphäre und damit einen klaren Heimvorteil schafft, sondern auch ein unübertroffenes Besuchererlebnis gewährleistet. Der fanfreundliche Ansatz bezieht sich nicht nur auf die Fans, die diese Sportstätte von Weltklasse besuchen, sondern auf die gesamte Fangemeinde, die in die Realisierung dieses in Westaustralien einzigartigen Gebäudekomplexes eingebunden wurde. Die Kombination des kulturell und historisch bedeutenden Standorts mit der Sportkompetenz der Stadt und des ganzen Bundesstaates macht dieses Stadion zu einer Ikone für alle Einwohner Westaus­traliens.

Längsgestreifte Fassade

Die ebenso moderne wie schlichte Gebäudeform mit ihrer längsgestreiften Fassade aus eloxiertem bronzefarbenen Metall erzählt die Geschichte des Landes. Bei Tag reflektiert sie die einzigartige Geologie des Landes als schimmerndes Objekt, das sich über dem Fluss erhebt. Im Tagesverlauf steigert sich das Schimmern hin zu einem dynamischen Strahlen und wandelt sich am Abend in ein pulsierendes Leuchten, das die Spannung und Intensität der Wettkämpfe im Inneren dieser modernen Arena widerspiegelt.
Das multifunktionale Stadion dient als Trainings- und Wettkampfstätte für Australian Rules Football, Cricket, Rugby und Fußball sowie als Veranstaltungsort für diverse kulturelle Events. Die Stadionschüssel schafft eine optimale Verbindung zwischen Fans und Spielfeld und sorgt dank optimaler Sichtverhältnisse von allen Rängen für eine einzigartige Atmosphäre.

Bei Bedarf kann die Kapazität um bis zu 10.000 zusätzliche Sitzplätze erweitert werden. Flexibel montier- und demontierbare Sitze schaffen mehr Flexibilität und ermöglichen die Ausrichtung von Großveranstaltungen unter Einhaltung der Anforderungen für Commonwealth Games und internationale Sportwettkämpfe.

Über 85 Prozent der Sitzplätze sind mit einer leichten Textilmembran überdacht, die den Zuschauern Schutz bietet vor den klimatischen Bedingungen in Perth. Nachts dient die Dachmembran als spektakulärer Leuchtkörper. Zu den hochmodernen Einrichtungen für die Athleten gehören auch flexible Aufwärm- und Ruhebereiche.

Gigantische Videowände

Cox Architecture war sehr daran gelegen, ein möglichst einladendes und komfortables Umfeld für Athleten und Zuschauer zu schaffen. Das Optus Stadion bietet unter allen Sportstätten Australiens das größte Angebot an Hospitality-Optionen, darunter die innovativ gestalteten Umkleiden, der Trainer-Club, Dachterrassen, Logen, Club Lounges, ein Veranstaltungsraum für bis zu 2.000 Personen, Einzelhandelsflächen und über 50 Gastronomiebetriebe. Die zwei gigantischen 340 m² großen Video­wände der neuesten Generation sind die größten Stadionbildschirme der gesamten südlichen Hemisphäre. Zudem wurden über 1.000 TV-Monitore strategisch im Stadioninnenraum verteilt, sodass die Fans das Spielgeschehen überall verfolgen können.

Der ganzjährig für die Öffentlichkeit zugängliche Stadionpark umfasst einen überdachten Laubengang, der die Bahnstation mit dem Swan River verbindet, sowie Kinderspielplätze, Picknickareale und eine Promenade. An Nichtveranstaltungstagen steht den Bürgern zudem ein Sportoval für den Breitensport sowie ein Netz aus Geh- und Radwegen zur Verfügung. Die Landschafts­archi­tektur im Stadionumfeld wurde von der Einteilung des Jahres der lokalen indigenen Bevölkerung in sechs Jahreszeiten inspiriert und bietet Schutz vor Wind und Sonne.

Die Bahnstation des Stadions wurde mit Blick auf die schnelle und sichere Beförderung von Fußgängern geplant. Der Besucherkomfort wird mittels Überdachung und Anbindung an einen Laubengang gewährleistet. Das landschaftsarchitektonisch gestaltete Stadionumfeld ermöglicht eine einfache Lenkung und Kontrolle der Zuschauerströme und unterstützt gleichzeitig die Funktion als öffentliches Areal für die Bevölkerung an Nichtveranstaltungstagen.